BIM
17. November 2023

Revolution der Baustellenorganisation: BIM und Last Planner in der Praxis

Digitalisierung revolutioniert die Bauindustrie mit BIM und LEAN, verspricht effizientere Baustellenorganisation. Lesen Sie hier mehr.

Building Information Modelling: Mehr als 3D-Modelle

Wenn wir über Building Information Modelling, kurz BIM, sprechen, öffnen wir ein Fenster in die Zukunft des Bauens. Stellen Sie sich BIM vor wie ein virtuelles Modell eines geplanten Gebäudes, das nicht nur aussieht wie das spätere Bauwerk, sondern auch "denkt" und "kommuniziert". Es ist, als hätten Sie ein intelligentes 3D-Modell, das Ihnen alles über das Gebäude erzählen kann – von der Dicke der Wände bis hin zu dem Typ der Heizungsanlage.

Mehr als nur 3D

BIM geht weit über die einfache dreidimensionale Darstellung hinaus. Es ist, als würde man einem Gebäude einen vollständigen Gesundheitscheck geben, bevor es überhaupt gebaut wird. Dieses Modell ist nicht nur eine visuelle Darstellung, sondern es enthält eine Fülle von Informationen, die für jeden Schritt beim Bau wichtig sind.

Ein Plan, der mitdenkt

Stellen Sie sich vor, Sie planen eine Reise und haben eine App, die Ihnen nicht nur die Route zeigt, sondern auch das Wetter berücksichtigt, Ihnen sagt, wann Sie tanken müssen und welche Sehenswürdigkeiten Sie besuchen können. BIM ist wie diese App, aber für den Bau. Es hilft Ihnen zu planen, zeigt Ihnen, was Sie benötigen, und passt sich an, wenn sich etwas ändert.

Daten, Daten und noch mehr Daten

Jedes Element im BIM-Modell ist mit Daten gefüllt. Das kann alles sein von der Art der Schrauben in den Türscharnieren bis zur Lebensdauer des Dachmaterials. Stellen Sie es sich vor wie eine dreidimensionale Datenbank vor: Die Informationen sind jederzeit abrufbar und aktualisierbar, was es zu einem unschätzbaren Werkzeug für die Planung und das Management eines Bauprojekts macht.

Zusammenarbeit in einer neuen Dimension

Mit BIM arbeiten Architekten, Ingenieure, Bauunternehmer und Bauherren alle am selben digitalen Modell. Änderungen von einer Person werden sofort für alle sichtbar. Das fördert die Zusammenarbeit und hilft, Missverständnisse zu vermeiden, die sonst zu teuren Fehlern führen könnten.

Ein lebendiges Archiv

Nachdem das Gebäude fertiggestellt ist, bleibt das BIM-Modell wertvoll. Es dient als digitales Handbuch, das Informationen darüber enthält, wie das Gebäude gewartet und betrieben werden sollte. Das ist besonders nützlich, wenn Renovierungen oder Erweiterungen geplant sind.

Vorteile von BIM: eine Übersicht

  • Visualisierung: Ermöglicht allen Beteiligten, das geplante Werk in Form von detaillierten Modellen zu sehen.

  • Koordination: Fördert die Zusammenarbeit durch Zugänglichkeit und Transparenz der Planungsinformationen.

  • Genauigkeit: Reduziert Fehler und ermöglicht eine präzisere Planung und Ausführung.

  • Dokumentation: Bietet eine umfassende Datenbank für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes.

Das Last Planner System: LEAN-Management in der Bauindustrie

Das Last Planner System (LPS) ist eine innovative Projektmanagementmethode, die speziell für die Bauindustrie entwickelt wurde. Sie basiert auf den Prinzipien des LEAN-Managements, einer Philosophie, die aus der Produktion stammt und deren Ziel es ist, alles Überflüssige zu eliminieren und gleichzeitig die Wertsteigerung für den Kunden zu maximieren.

LEAN-Prinzipien im Kern des Last Planner Systems

LEAN-Management fokussiert sich auf die Effizienz der Arbeitsabläufe. Es geht darum, Verschwendung in allen Formen zu identifizieren und zu eliminieren – seien es Materialien, Zeit oder Talent. Das Last Planner System nimmt diese Prinzipien und wendet sie auf die Baustelle an.

Planung, die auf den Punkt kommt

Im LPS wird der gesamte Bauprozess in kleinere, handhabbare Teile zerlegt. Jede Phase, jeder Schritt wird detailliert geplant, wobei das Ziel stets ist, nur das Notwendige zu tun und alles Unnötige zu vermeiden. Das kann bedeuten, genauer zu planen, wann Material geliefert wird, um Überfluss zu verhindern, oder sicherzustellen, dass die Arbeiter nicht auf Anweisungen oder Ressourcen warten müssen.

Das große Ganze im Blick

Das Besondere am Last Planner System ist, dass es nicht nur die täglichen Aufgaben im Blick hat, sondern auch den gesamten Projektverlauf. Es werden nicht nur die Aktivitäten der nächsten Woche geplant, sondern es wird auch kontinuierlich überprüft, wie diese in den Gesamtzeitplan des Projekts passen. So kann frühzeitig erkannt werden, wenn sich Verzögerungen anbahnen, und es können Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Kontrolle durch Feedback

Eine Schlüsselkomponente des LPS ist das regelmäßige Feedback. Nach jeder Phase oder jedem Arbeitsschritt wird bewertet, was gut lief und was verbessert werden könnte. Diese Informationen werden genutzt, um zukünftige Planungen zu optimieren. Das sorgt für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess und eine steigende Effizienz im Laufe des Projekts.

Engere Zusammenarbeit im Team

Das Last Planner System fördert die Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb des Teams. Jeder Arbeiter wird ermutigt, Input zu geben, was realistisch ist und was nicht. Das führt zu realistischeren Plänen und einem stärkeren Zusammenhalt des Teams, diese auch einzuhalten.

Vorteile des Last Planner Systems: eine Übersicht

  • Flexibilität: Verbessert die Anpassungsfähigkeit an Veränderungen und unerwartete Ereignisse.

  • Effizienz: Reduziert Ausfallzeiten und unproduktive Zeiten durch bessere Planung.

  • Kommunikation: Stärkt die Kommunikation zwischen allen Ebenen des Bauprojekts.

  • Verantwortlichkeit: Erhöht die Verantwortlichkeit der einzelnen Gewerke durch partizipative Planung.

Die Synergie von BIM und LPS: Ein Game-Changer

Die Verbindung von Building Information Modelling (BIM) und dem Last Planner System (LPS) stellt eine revolutionäre Kombination dar, die darauf abzielt, die Baubranche zu modernisieren. Diese Synergie hat das Potenzial, die Art und Weise, wie Projekte geleitet und durchgeführt werden, grundlegend zu verändern und bringt zahlreiche Vorteile mit sich.

Ein neues Niveau der Planung und Koordination

Mit BIM erhalten Bauleiter und Poliere einen detailreichen und datengestützten Überblick über das gesamte Bauprojekt. Dieser Einblick ermöglicht es, potenzielle Probleme frühzeitig zu identifizieren und zu beheben, bevor sie den Bauprozess beeinträchtigen. Die Kombination mit LPS verstärkt diesen Effekt, indem es eine agile Planung ermöglicht, die anpassungsfähig und reaktionsstark ist. So kann jede Woche neu bewertet und geplant werden, was zu tun ist, und es wird sichergestellt, dass die tatsächliche Arbeit nahtlos mit dem Baufortschritt im BIM-Modell übereinstimmt.

Szenario: Ein Praxisbeispiel

Stellen Sie sich vor, ein Bauprojektmanager kann durch die Kombination von BIM und LPS die Installation der Elektrik in einem Neubau präzise planen. Mit BIM kann er sehen, wo Leitungen verlaufen müssen und wie sie sich mit anderen Bauelementen überschneiden. Mit LPS kann er dann sicherstellen, dass die Elektriker genau dann vor Ort sind, wenn die Vorarbeiten abgeschlossen sind – nicht zu früh und nicht zu spät. Dies verhindert Leerlaufzeiten und ermöglicht eine fließende Fortsetzung der Arbeit.

Optimierung des Ressourceneinsatzes

BIM ermöglicht es, den Bedarf an Materialien und Personal genau zu berechnen, was die Überbestellung und Lagerhaltung minimiert. LPS passt die Planung an die realen Bedingungen an und sorgt dafür, dass die Ressourcen genau dann verfügbar sind, wenn sie gebraucht werden. Dies führt zu einer Reduzierung von Verschwendung und zu Kosteneinsparungen.

Beispiel: Effizienter Materialeinsatz

Bei der Planung eines Hochhauses könnte die Verwendung von BIM es dem Team ermöglichen, die Menge des benötigten Betons genau zu bestimmen. Mit LPS könnte dann der Betonlieferant instruiert werden, die genaue Menge zu bestimmten Zeiten zu liefern, um Überfluss zu vermeiden und so Kosten zu sparen.

Verbesserte Kommunikation und Zusammenarbeit

Durch die Verwendung von BIM als zentrale Informationsquelle und LPS als Rahmen für die Teamkommunikation wird sichergestellt, dass alle auf dem gleichen Stand sind. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit von Missverständnissen und Fehlern und ermöglicht es, dass alle Gewerke synchron arbeiten.

Beispiel: Interdisziplinäre Abstimmung

Bei einem komplexen Bauprojekt mit vielen beteiligten Gewerken ermöglicht BIM allen Teams, Änderungen in Echtzeit zu sehen. Wenn ein Ingenieur eine Anpassung an der Tragstruktur vornimmt, können die betroffenen Teams ihre Pläne entsprechend anpassen, was mit LPS effektiv kommuniziert wird.

Echtzeit-Fortschrittsüberwachung

Die Kombination von BIM und LPS ermöglicht es, den Fortschritt eines Projekts in Echtzeit zu verfolgen. Bauleiter können sofort eingreifen, wenn sie Abweichungen vom Plan feststellen, was die Reaktionsfähigkeit erheblich steigert und zu einem optimierten Bauablauf führt.

Beispiel: Dynamische Anpassungsfähigkeit

Während des Baus einer Brücke könnte ein unerwartetes Ereignis den Zeitplan beeinflussen. Mit BIM kann der Projektmanager den Einfluss des Ereignisses auf den Bauplan visualisieren, während LPS dazu verwendet werden kann, die Arbeitspläne schnell anzupassen, um den Zeitverlust zu minimieren.

Höhere Arbeitsqualität

Die genaue Planung und Koordination, die durch die Symbiose von BIM und LPS ermöglicht wird, trägt dazu bei, die Wahrscheinlichkeit von Fehlern zu verringern. Die daraus resultierende höhere Qualität der Bauausführung kann die Notwendigkeit von Nachbesserungen reduzieren und die Zufriedenheit der Stakeholder erhöhen.

Beispiel: Mängelbehebung

Nehmen wir an, während der Bauphase eines Wohnkomplexes wird ein Problem mit der Elektroinstallation entdeckt. Ein Mitarbeiter kann sofort ein Foto des Mangels aufnehmen und dieses direkt ins digitale Gebäudemodell einpflegen. Dadurch wird das Problem genau verortet und dokumentiert. Im Rahmen des LPS-Systems kann dann umgehend eine Terminierung für die notwendigen Restarbeiten vorgenommen werden. Dies ermöglicht eine schnelle und präzise Behebung des Mangels, minimiert Verzögerungen im Bauablauf und stellt sicher, dass der Baufortschritt den hohen Qualitätsanforderungen entspricht.

Ein Praxisbeispiel: Sichtbare Erfolge

BIM und LPS in Aktion: Der Bau eines Einkaufszentrums

Der Bau eines Einkaufszentrums ist ein komplexes Unterfangen, das präzise Planung und Koordination erfordert. Hier wurde durch die Integration von Building Information Modelling (BIM) und dem Last Planner System (LPS) ein beispielhafter Erfolg erzielt, der für Bauleiter und Projektmanager gleichermaßen aufschlussreich ist.

Planung mit 4D-BIM-Modellen

Das Projekt begann mit der Erstellung eines 4D-BIM-Modells, welches nicht nur die räumlichen Strukturen, sondern auch den Zeitfaktor berücksichtigte. Für die Bauleitung bedeutete dies, dass sie eine visuelle Darstellung des gesamten Projekts in jeder Phase der Entwicklung hatten. Sie konnten sehen, wann und wo bestimmte Arbeiten geplant waren und wie diese mit anderen Aufgaben interagierten.

Greifbare Vorteile:

  • Visualisierung des Zeitplans: Jeder Schritt konnte im Modell verfolgt werden, was ein intuitives Verständnis des Gesamtzeitplans förderte.

  • Früherkennung von Konflikten: Potenzielle Terminkollisionen zwischen verschiedenen Gewerken wurden sichtbar, bevor sie zu echten Problemen führten.

  • Anpassung der Planung in Echtzeit: Bei Verzögerungen konnten Alternativpläne sofort entwickelt und umgesetzt werden.

Effizienzsteigerung durch LPS

Das Last Planner System spielte eine entscheidende Rolle bei der operativen Umsetzung der Planung. Wöchentliche Arbeitspakete wurden definiert, die präzise angaben, was zu tun war. Diese Pakete wurden kontinuierlich an die tatsächlichen Gegebenheiten auf der Baustelle angepasst. Die Bauleitung hatte somit ein wirksames Werkzeug in der Hand, um die Ausführung zu steuern und zu kontrollieren.

Greifbare Vorteile:

  • Realitätsnahe Planung: Die wöchentlichen Arbeitspakete sorgten dafür, dass die Planung realistisch und umsetzbar blieb.

  • Proaktives Handeln: Probleme konnten angegangen werden, bevor sie den Fortschritt beeinträchtigten.

  • Verbesserte Teamarbeit: Die klaren, gut kommunizierten Pläne förderten die Zusammenarbeit und erhöhten die Produktivität.

Quantifizierbare Ergebnisse

Das beeindruckendste Ergebnis war die messbare Reduzierung der Bauzeit um 10% und der Kosten um 15%. Für die Bauleitung bedeutete dies nicht nur eine erfolgreiche Projektabwicklung, sondern auch eine Bestätigung dafür, dass die digitale Transformation im Bauwesen reale und bedeutende Vorteile bietet.

Greifbare Vorteile:

  • Zeiteinsparungen: Die verkürzte Bauzeit führte zu einer früheren Inbetriebnahme des Einkaufszentrums und damit zu einer höheren Rentabilität.

  • Kosteneinsparungen: Die Reduzierung der Kostenabweichung verbesserte die Budgetvorhersage und die finanzielle Stabilität des Projekts.

  • Wettbewerbsvorteil: Die erfolgreiche Durchführung des Projekts stärkte das Ansehen des Bauunternehmens und seine Position am Markt.

Fazit für die Bauleitung

Die Integration von BIM und LPS in diesem Projekt des Einkaufszentrums dient als konkretes Beispiel dafür, wie moderne Technologie und effiziente Planungssysteme zu realen Einsparungen und einer verbesserten Projektumsetzung führen können. Es verdeutlicht, dass die Digitalisierung in der Baubranche nicht nur ein Schlagwort ist, sondern ein praktisches Werkzeug, das die Art und Weise, wie wir bauen, verbessern kann. Die Bauleitung kann aus diesem Beispiel lernen und ähnliche Methoden in zukünftigen Projekten anwenden, um Zeit, Kosten und Qualität zu steigern.

Warum BIM und Last Planner die Zukunft sind

Die Integration von BIM und LPS ist mehr als eine Verbesserung bestehender Prozesse – sie ist eine fundamentale Neugestaltung der Bauorganisation. Für Bauunternehmen, die sich dieser Integration verschreiben, öffnen sich Türen zu mehr Effizienz, Kosteneinsparungen und einer gesteigerten Qualität ihrer Bauprojekte. In einer Branche, die von knappen Margen und hohem Wettbewerbsdruck geprägt ist, kann die Symbiose von BIM und dem Last Planner System den entscheidenden Vorteil bedeuten.

Weiterführende Links:

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